Beratung und Diagnostik bei Sehbeeinträchtigungen nach einer Krebserkrankung
Sehen ist eine Fähigkeit, die im Alltag eine große Bedeutung hat. Durch eine Krebserkrankung, aber auch als Folge der Therapie können bei Kindern und Jugendlichen Beeinträchtigungen des Sehens auftreten. Ein ungewöhnliches Verhalten oder Schwierigkeiten im Alltag können darauf hinweisen, dass das Kind von einer (bislang unentdeckten) Sehstörung betroffen ist: Häufiges Stolpern oder Umwerfen von Gegenständen, starke Annäherung an Bilder oder Bücher sowie Schwierigkeiten beim Lesen, Malen oder Basteln können Anzeichen dafür sein. Die Sehstörung kann sich wiederum negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken, zum Beispiel durch Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule.
Wir möchten das Sehen und die visuelle Wahrnehmung von (Vorschul-) Kindern und Jugendlichen nach überstandener Krebserkrankung genauer untersuchen. Dabei wollen wir herausfinden, wie die visuellen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen nach einer Krebserkrankung sind, ob es sehbezogene Auffälligkeiten gibt und ob die Kinder und Jugendlichen von Hilfsmitteln oder Unterstützungsmaßnahmen profitieren.
Das gesamte Projekt wird durch das Pädiatrische Forschungsnetzwerk wissenschaftlich begleitet.
Wer kann zu uns kommen?
Kinder und Jugendliche…
…im Alter zwischen 5 und 18 Jahren, die sich in der (Langzeit-) Nachsorge nach einer Krebserkrankung befinden.
…die bereits augenärztlich und orthoptisch voruntersucht sind.
Wann ist eine Vorstellung sinnvoll?
Wenn der Wunsch nach einer Überprüfung des Sehens und der visuellen Wahrnehmung besteht und/oder Auffälligkeiten im Alltag* beobachtet werden, die mit dem Sehen bzw. der visuellen Wahrnehmung zusammen hängen können.
* Mögliche Auffälligkeiten können sein:
Häufiges Stolpern, insbesondere über Gegenstände.
Geringes Interesse an Bilderbüchern.
Starke Annäherung an Bilder, Bücher oder Fernseher.
Schwierigkeiten beim Lesen.
Probleme bei der Orientierung auf Arbeitsblättern.
Ungenaues Greifen nach Gegenständen.
Was passiert bei uns vor Ort?
Die Überprüfung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten erfolgt mit dem Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung (FEW-3 oder FEW-JE). Dieses standardisierte Testverfahren ist in fünf Subtests unterteilt, die unterschiedliche Wahrnehmungsbereiche untersuchen. Sie beinhalten motorik-reduzierte sowie komplexe Aufgaben zur Hand-Auge Koordination.
Wir untersuchen auch weitere Bereiche des funktionalen Sehens:
- Sehschärfe,
- Stereosehen,
- Kontrast- und Farbsehen
- Einsatz bestimmter Hilfsmittel (zum Beispiel des Lesestab zur Unterstützung beim Lesen)
Während der Testung beobachten wir die Kinder oder Jugendlichen genau und achten darauf, ob Auffälligkeiten im Verhalten bestehen oder gewisse Aufgaben besonders schwerfallen. Sie erhalten zum Abschluss einen ausführlichen schriftlichen Bericht.
Wenn gewünscht, erproben wir im Anschluss gerne Unterstützungsmöglichkeiten für das Sehen, um zum Beispiel das Lesen zu erleichtern. Vor allem im schulischen Bereich spielt das Sehen eine entscheidende Rolle. Daher stehen wir Ihnen beratend zur Seite, wenn um die Themen Nachteilsausgleich oder um die Beantragung des Förderschwerpunkts Sehen geht.
Wünschen Sie eine langfristige und umfassende Begleitung in der Nachsorge, begrüßen wir Sie gerne in unserer Kinderonkologischen Anlaufstelle „KOALA“!
Sie möchten Ihr Kind bei uns vorstellen?
Sie haben Fragen zum Sehen Ihres Kindes?
Gerne können Sie uns per E-Mail oder telefonisch kontaktieren und einen Beratungstermin vereinbaren.
Sie erreichen uns unter:
Telefon: 0201 749 496 21
E-Mail: kontakt@forschungsambulanz-sehen.de
Anschrift:
Forschungsambulanz Sehen
Cranachstraße 56
45147 Essen
Sie finden uns in der Cranachstraße 56, 45147 Essen, fußläufig zum Universitätsklinikum. Das Angebot ist kostenfrei.

Rebecca Kristiment
